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The Stepkids

»The Stepkids«

Bewertung

24.09.2011 von Alexander Möllmann

Wenn ein Album so klingt, wie die Mischung aus einem Festival der 60er, einem Porno-Set der 70er und einem Underground-Konzert der 80er, dann kann eigentlich gar nicht so viel schief gehen. Geprägt von Psychedelic-Funk Größen wie "Sly And The Family Stone", wuseln sich die "Stepkids" auf ihrem selbst-betitelten Debüt durch knapp drei Dekaden Musikgeschichte.

Copyright by Stones Throw Records

Vor der Gründung des Trios waren alle drei Mitglieder als Konzertmusiker unterwegs. So war Jeff Gitleman viele Jahre lang der Tour-Gitarrist von Alica Keys, aber auch mit 50Cent oder Lauryn Hill teilten sich die drei Jungs bereits die Bühne. Der immense Einfluss von R&B, Soul und Funk macht sich auch unmittelbar in den Songs der "Stepkids" bemerkbar. Getrieben von Tim Walsh's energischen Beats, bauen sie komplexe Songstrukturen auf, die entweder von Kopfstimmengesang oder den waghalsigen Arpeggien von Keyboarder und Bassist Dan Edinberg getragen werden.

Manchmal gehen die leicht verspielten Reminiszenzen an die Musik der 70er Jahre allerdings etwas zu weit - und so kommt man beispielsweise bei "Santos & Ken" nicht umher, den ein oder anderen Gedanken an die Bee Gees zu verlieren. Was jedoch nicht sonderlich ins Gewicht fällt, denn schon mit "La La" folgt ein Song, hinter dessen vermeintlich banalem Titel sich ein raffiniertes Arrangement mit Kuhglocken, wirren Synthesizern und pointiertem Gitarrenspiel versteckt.

"Was uns an der Band am meisten fasziniert, ist die Band selbst. Es geht nicht um einen von uns, es geht darum, eine Einheit zu schaffen, in der die Einheit als solche wichtig ist", beschreibt Edinberg ein bisschen abgeschmackt das Selbstgefühl der Band und will damit betonen, dass es weder beim Songwriting, noch beim Gesang irgendwelche Unterschiede zwischen den Mitgliedern gab. Alle seien gleichberechtigt, um ein Höchstmaß an Kreativität erreichen zu können. Und das funktioniert bisweilen auch ganz gut: Bereits die erste Single "Shadows on Behalf" sorgte im Vorfeld für helle Aufregung und war innerhalb kürzester Zeit in der 12"-Version ausverkauft.

Die "Stepkids" schaffen es mit der richtigen Mischung als Funk, Soul, R&B und Acid-Einflüssen einen Sound zu erschaffen, der modern klingt, sicher aber der alt-bekannten Zutaten bedient - wie ein Undergroung-Festival-Porno eben.

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