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Balthazar

»Applause«

Bewertung

09.11.2011 von Alexander Möllmann

Auch wenn Schweden das Land der ersten Wahl für neuen und hippen Indie-Rock ist, lohnt es sich, auch mal einen Blick auf unsere Nachbarn in Belgien zu werfen. Denn was dort fabriziert wird, kann mitunter einer der heißesten Geheimtipps des Jahres werden.

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Mit nichts anderem als rumpelnden Bässen kann man heute ungefähr genau so punkten, wie David Bowie, würde er dieser Tage nochmal ein Album wie Station to Station herausbringen - eben so gut wie gar nicht. Zieht man diesen rumpelnden Bass jedoch so konsequent durch, dass es fast schon wieder albern ist und setzt dem Ganzen ironisch beschwingte Texte und zackige Gitarren-Riffs entgegen, kann man mit einer zusätzlichen Portion Glück ein Album wie Applause von der belgischen Indie Band Balthazar herausbringen.

In ihrem Heimatland selbst sind die vier Jungs und das Mädel beinahe schon ein alter Hut: Machten sie nämlich bereits im Herbst 2010 dort auf sich aufmerksam und heimsten sogar den belgischen Music Industry Award für das Album des Jahres ein. Das Geheimnis dahinter ist nicht sonderlich schwer zu entschlüsseln: Intelligent gestrickte Songs, tanzbare Beats und Gesang in der gewohnt indie-mäßigen Ist-Mir-Doch-Alles-Scheiß-Egal-Manier. Wäre es das jedoch schon gewesen, dann hätten wir hier allerdings ein Was-Zur-Hölle-Brauchen-Wir-Noch-So-Eine-Indie-Band Album.

Der Clou ist hier eindeutig die Instrumentierung: Die Songs werden um die Bass-Riffs herum aufgebaut (genial: "Blood like Wine") und haben so einen inneren, nicht zu stoppenden Drang nach vorne, der schreit: "Tanzen, tanzen, tanzen!" Interessante Pointierungen wie zum Beispiel mit einem Klavier (raffiniert: "Fifteen Floors") sorgen, neben dem erhebenden Ziemlich-Geil-Erlebnis, für das nette Schmunzeln nebenbei.

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